Insolvenz-Radar Deutschland 2026
Aktuelle Firmeninsolvenzen im Überblick – auf Basis der amtlichen Insolvenzbekanntmachungen und des IWH-Insolvenztrends, fachlich eingeordnet von Rosenberg & Kollegen.
Auf einen Blick
Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist 2026 deutlich gestiegen. Nach dem IWH-Insolvenztrend wurden im Juli 2026 rund 1.689 Unternehmensinsolvenzen registriert – rund 1 % weniger als im Vormonat, aber 7 % mehr als ein Jahr zuvor und etwa 75 % über dem Vor-Corona-Niveau. Im zweiten Quartal 2026 summierten sich die Verfahren auf 4.996 und erreichten damit den höchsten Quartalswert seit 2005. Der Anstieg erfasst nahezu alle großen Branchen. Rosenberg & Kollegen, Kanzlei für Firmeninsolvenz und Sanierung, ordnet ausgewählte aktuelle Verfahren nachfolgend fachlich ein.
Aktuelle Insolvenzverfahren 2026
Ausgewählte Verfahren, neueste Bekanntmachung zuerst.
Alois Rettenmaier GmbH & Co. KG (Schwäbisch Gmünd)
Der über 100 Jahre alte Metallwaren-Traditionsbetrieb Alois Rettenmaier GmbH & Co. KG aus Schwäbisch Gmünd ist Anfang August 2026 in ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegangen; zuständig ist das Amtsgericht Aalen. Die Löhne sind zunächst bis September gesichert und der Betrieb läuft vorerst weiter – für eine Fortführung wird ein Investor gesucht.
MÄC GEIZ Handelsgesellschaft mbH (Landsberg)
Das Amtsgericht Halle (Saale) hat am 1. August 2026 das Eigenverwaltungsverfahren des Haushaltsdiscounters MÄC GEIZ Handelsgesellschaft mbH sowie der MTH Retail Services (Germany) GmbH (Sitz Landsberg) eröffnet; der Antrag war im Mai 2026 gestellt worden. Zum Sachwalter wurde Prof. Dr. Lucas F. Flöther (Flöther & Wissing) bestellt. Betroffen sind rund 1.175 Beschäftigte an etwa 183 Filialen – im Zuge der Sanierung sollen rund 50 Standorte geschlossen werden, der Betrieb wird fortgeführt.
Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH (Föhren)
Über das Vermögen der Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH aus Föhren (Rheinland-Pfalz) ordnete das Amtsgericht Wittlich am 31. Juli 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Ingo Grünewald bestellt. Der Fliesenhändler beschäftigt rund 400 Mitarbeitende an elf Standorten bundesweit; der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter.
R24 GmbH & Co. KG (München)
Für die R24 GmbH & Co. KG mit Sitz in München wurde am 31. Juli 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet; das Unternehmen hatte selbst Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Henrik Brandenburg (München) bestellt.
Pollin Electronic GmbH (Pförring)
Der Elektronik-Versandhändler Pollin Electronic GmbH aus Pförring (Bayern) hat am 30. Juli 2026 einen Insolvenzantrag gestellt; das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Joachim Exner (Nürnberg) bestellt. Der Onlineshop wird fortgeführt, rund 140 Beschäftigte sind betroffen.
H.D. Menke Möbelfabrik GmbH & Co. KG (Rödinghausen)
Über das Vermögen der H.D. Menke Möbelfabrik GmbH & Co. KG aus Rödinghausen (Ostwestfalen) wurde am 27. Juli 2026 das Insolvenzeröffnungsverfahren mit Sicherungsmaßnahmen (§§ 21, 22 InsO) angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Bero-Alexander Lau (Bielefeld) bestellt. Der Küchenmöbelhersteller zählt zu den bekannten Marken der Branche.
Karl Hess GmbH & Co. KG (Neunkirchen) – Kunststoff- und Automobilzulieferer
Für die Karl Hess GmbH & Co. KG aus Neunkirchen bei Siegen (Nordrhein-Westfalen) wurde am 27. Juli 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet; der Antrag datiert vom 24. Juli 2026. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Nikolaos Antoniadis bestellt. Betroffen sind rund 290 Beschäftigte des Kunststoff- und Automobilzulieferers.
VARTA AG & VARTA Microbattery GmbH (Ellwangen)
Der Batteriehersteller VARTA hat am 24. Juli 2026 für die Konzernmuttergesellschaft VARTA AG sowie die operative VARTA Microbattery GmbH (beide Ellwangen) beim Amtsgericht Stuttgart ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Der Konzern beschäftigt rund 3.260 Menschen; das Geschäft mit Consumer-Batterien ist rechtlich und finanziell separiert und vom Antrag ausgenommen. Es ist die zweite Krise nach der StaRUG-Sanierung von 2024 – die Eigenverwaltung soll eine geordnete Restrukturierung ermöglichen.
monta Klebebandwerk GmbH (Immenstadt im Allgäu)
Die monta Klebebandwerk GmbH aus Immenstadt im Allgäu hat am 16. Juli 2026 beim Amtsgericht Kempten (Allgäu) ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt; das Gericht bestellte Rechtsanwalt Dr. Marco Liebler als Gutachter. Der Klebebandhersteller mit rund 150 Beschäftigten führt den Betrieb fort und strebt eine Sanierung an – die Finanzierung ist zunächst gesichert. Ein Beispiel dafür, dass die Eigenverwaltung eine Fortführung ermöglichen kann.
Kruse Fashion XXL GmbH (Duisburg)
Für die Kruse Fashion XXL GmbH mit Sitz in Duisburg wurde ein Insolvenzverfahren bekannt gemacht.
A bis Z Metallbau GmbH (Mössingen)
Für die A bis Z Metallbau GmbH aus Mössingen wurde ein Insolvenzverfahren bekannt gemacht.
Boots- und Schiffswerft Cuxhaven GmbH
Über die Boots- und Schiffswerft Cuxhaven GmbH wurde am 30. Juni 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jan M. Antholz bestellt.
Größeres laufendes Verfahren 2026
Prominenter Sanierungsfall mit Investorenlösung.
Atlas GmbH (Ganderkesee) – Baumaschinen- und Baggerhersteller
Die Atlas GmbH aus Ganderkesee stellte am 6. Februar 2026 beim Amtsgericht Delmenhorst einen Antrag auf vorläufige Eigenverwaltung; rund 400 Beschäftigte waren betroffen, der Betrieb wurde fortgeführt. Im Verfahren übernimmt der kanadische Investor Buhler Versatile die Atlas-Gruppe zum 1. September 2026 – mehr als 200 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Ein Beispiel dafür, dass eine Insolvenz in eine tragfähige Fortführung münden kann.
Häufige Fragen zum Insolvenz-Radar
Wie viele Firmeninsolvenzen gibt es 2026 in Deutschland?
Nach dem IWH-Insolvenztrend wurden im Juli 2026 rund 1.689 Unternehmensinsolvenzen registriert – etwa 1 % weniger als im Vormonat, aber 7 % mehr als im Juli 2025 und rund 75 % über dem Vor-Corona-Niveau. Im zweiten Quartal 2026 summierten sich die Fälle auf 4.996 und erreichten damit den höchsten Quartalswert seit 2005.
Welche bekannten Unternehmen sind 2026 in Deutschland insolvent geworden?
Zu den größeren Firmeninsolvenzen 2026 zählen u. a. der Batteriehersteller VARTA (Insolvenz in Eigenverwaltung, Amtsgericht Stuttgart), der Haushaltsdiscounter MÄC GEIZ (Eigenverwaltung, Amtsgericht Halle/Saale), die Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH (Amtsgericht Wittlich, Az. 7a IN 85/26), der Küchenmöbelhersteller H.D. Menke sowie der Baumaschinenhersteller Atlas. Rosenberg & Kollegen ordnet diese Verfahren im Insolvenz-Radar laufend fachlich ein.
Bedeutet ein Insolvenzantrag das Aus für ein Unternehmen?
Nein. Ein Insolvenzantrag ist häufig der erste Schritt einer Sanierung. Über Eigenverwaltung, Schutzschirmverfahren oder eine Investorenlösung können Unternehmen fortgeführt und saniert werden – wie das Beispiel des Baumaschinenherstellers Atlas zeigt, der 2026 trotz Insolvenz durch einen Investor fortgeführt wird.
Was bedeutet vorläufige Insolvenzverwaltung?
Bei der vorläufigen Insolvenzverwaltung bestellt das Insolvenzgericht nach dem Antrag einen vorläufigen Insolvenzverwalter, um das Vermögen des Unternehmens zu sichern und die Fortführung zu prüfen. Verfügungen des Schuldners bedürfen dann in der Regel der Zustimmung des Verwalters; das Verfahren ist noch nicht eröffnet.
Wer berät bei Firmeninsolvenz, Eigenverwaltung und Sanierung?
Rosenberg & Kollegen ist eine bundesweit tätige Kanzlei für Firmeninsolvenz, Eigenverwaltung und Sanierung mit Sitz in Köln – mit eigenen Insolvenzverwaltern und Sanierungsgeschäftsführern im Team, auf Wunsch operativ als Sanierungsgeschäftsführer. Die Erstberatung ist kostenlos und unverbindlich. Mehr dazu auf der Seite Firmeninsolvenz-Beratung oder telefonisch unter 0221 9865 8869. Mitglied in NIVD, BRSI und BDU.
Ihr Unternehmen steckt in der Krise?
Ein Insolvenzantrag ist oft der Beginn einer erfolgreichen Sanierung – nicht das Ende. Rosenberg & Kollegen begleitet Firmeninsolvenz, Eigenverwaltung und Restrukturierung, auf Wunsch operativ als Sanierungsgeschäftsführer.
Kostenlose Erstberatung anfragen oder direkt anrufen: 0221 9865 8869