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Liquiditätsplanung in der Krise: das Frühwarnsystem für Geschäftsführer

Geschäftsführer prüft eine Cashflow-Prognose am Bildschirm – Liquiditätsplanung als Frühwarnsystem in der Krise

Fast jede Unternehmenskrise kündigt sich an — wenn man die richtigen Zahlen im Blick hat. Eine saubere Liquiditätsplanung ist das wirksamste Frühwarnsystem für Geschäftsführer. Sie macht Engpässe sichtbar, solange noch Handlungsspielraum besteht, und ist seit 2021 sogar gesetzliche Pflicht.

Die gesetzliche Pflicht zur Krisenfrüherkennung

Mit dem StaRUG hat der Gesetzgeber 2021 eine ausdrückliche Pflicht eingeführt: Nach § 1 StaRUG müssen Geschäftsführer fortlaufend Entwicklungen überwachen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können — und bei Anzeichen einer Krise geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.

Wer das versäumt, handelt pflichtwidrig. Die Krisenfrüherkennung ist damit keine Kür mehr, sondern Teil der Sorgfaltspflichten der Geschäftsleitung.

Das Werkzeug: die rollierende Liquiditätsplanung

Das zentrale Instrument ist eine rollierende Liquiditätsplanung — meist über einen Zeitraum von 13 Wochen. Sie stellt Woche für Woche die erwarteten Einzahlungen den erwarteten Auszahlungen gegenüber und zeigt, wann der Kontostand unter null zu rutschen droht.

Berücksichtigt werden unter anderem:

  • offene Forderungen und ihr realistischer Zahlungseingang,
  • fällige Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, Finanzamt und Sozialkassen,
  • Löhne, Mieten und laufende Fixkosten,
  • Kreditraten und saisonale Schwankungen.

Warum 13 Wochen? Dieser Horizont ist kurz genug, um belastbar zu sein, und lang genug, um Engpässe rechtzeitig kommen zu sehen. „Rollierend“ heißt: Die Planung wird laufend um die nächste Woche ergänzt — so bleibt der Blick nach vorn immer aktuell.

Vom Frühwarnsignal zur Handlungsoption

Der eigentliche Wert liegt im Vorlauf. Wird ein Engpass früh sichtbar, lassen sich noch ruhige Lösungen umsetzen — von Gesprächen mit Banken und Gläubigern bis zu Sanierungswegen wie dem StaRUG, das genau an der drohenden Zahlungsunfähigkeit ansetzt.

Fehlt die Planung, bemerkt man die Lücke oft erst, wenn sie da ist — und landet direkt in der Zahlungsunfähigkeit mit ihren kurzen Antragsfristen. Der Unterschied zwischen früh und spät entscheidet darüber, wie viele Optionen überhaupt noch offen sind.

Die Planung schützt auch persönlich

Eine dokumentierte Liquiditätsplanung belegt, dass die Geschäftsführung ihre Überwachungspflichten ernst nimmt. Das ist nicht nur betriebswirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein wichtiger Baustein, um persönliche Haftungsrisiken zu begrenzen.

Häufige Fragen

Ab welcher Unternehmensgröße brauche ich eine Liquiditätsplanung?

Die Pflicht zur Krisenfrüherkennung trifft die Geschäftsleitung unabhängig von der Größe. Schon eine einfache, konsequent gepflegte Planung ist deutlich besser als keine.

Reicht die Buchhaltung als Frühwarnsystem nicht aus?

Die Buchhaltung blickt zurück. Eine Liquiditätsplanung blickt nach vorn — und nur der Blick nach vorn warnt rechtzeitig vor einem Engpass.

Was tue ich, wenn die Planung eine Lücke zeigt?

Nicht abwarten. Eine früh erkannte Lücke lässt sich oft noch ohne Insolvenz schließen — je früher Sie gegensteuern, desto mehr Wege stehen offen.

Frühwarnsystem aufsetzen — bevor es eng wird

Wir helfen beim Aufbau einer belastbaren Liquiditätsplanung und sagen Ihnen, was die Zahlen bedeuten. Erstgespräch kostenlos, Mo–Sa 9–20 Uhr.

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